FI-Schutzschalter für die Wallbox: Typ A oder Typ B?

Kurz gesagt: Jede Wallbox braucht einen eigenen Leitungsschutzschalter und einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI). Ein günstigerer FI vom Typ A genügt, wenn die Wallbox Gleichstrom-Fehlerströme selbst erkennt – das steht im Datenblatt. Andernfalls ist ein teurerer FI vom Typ B nötig. Welche Lösung passt, entscheidet der Elektriker bei der Planung.

Warum braucht eine Wallbox besonderen Schutz?

Beim Laden fließen über Stunden hohe Ströme. Zusätzlich können im Fehlerfall im Auto oder in der Wallbox sogenannte Gleichstrom-Fehlerströme entstehen. Diese machen einen gewöhnlichen FI-Schutzschalter „blind“ – er würde im Ernstfall womöglich nicht auslösen. Deshalb gelten für Ladeeinrichtungen strengere Vorgaben als für normale Steckdosen.

Die Bausteine der Absicherung

BausteinAufgabe
Eigener StromkreisDie Wallbox hängt allein an einer Zuleitung direkt vom Zählerschrank.
LeitungsschutzschalterSchützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss (bei 11 kW meist 16 Ampere, bei 22 kW 32 Ampere, dreiphasig).
FI-SchutzschalterSchützt Menschen vor gefährlichen Fehlerströmen; für jede Wallbox ein eigener.
Gleichstrom-FehlerstromerkennungErkennt Gleichstrom-Fehlerströme ab 6 Milliampere – entweder in der Wallbox eingebaut oder über einen FI vom Typ B.

Typ A oder Typ B?

Typ A plus eingebaute Erkennung: Viele aktuelle Wallboxen haben eine Gleichstrom-Fehlerstromerkennung bereits an Bord. Dann reicht im Zählerschrank ein FI vom Typ A, der deutlich günstiger ist. Im Datenblatt erkennst du das an Angaben wie „DC-Fehlerstromerkennung 6 mA“ oder „RDC-DD“.

Typ B: Fehlt die eingebaute Erkennung, muss ein FI vom Typ B (allstromsensitiv) eingebaut werden. Er erkennt auch Gleichstrom-Fehlerströme, kostet aber ein Mehrfaches eines Typ-A-Schalters.

Kostentipp: Beim Kauf auf die eingebaute Gleichstrom-Fehlerstromerkennung achten – das spart bei der Installation spürbar. Mehr zu den Kosten im Ratgeber Wallbox-Kosten.

Und der Überspannungsschutz?

Ein Überspannungsschutz im Zählerschrank schützt Wallbox, Auto und Haushaltsgeräte vor Spannungsspitzen, etwa bei Blitzeinschlägen in der Nähe. Bei Neuanlagen und größeren Umbauten ist er häufig ohnehin vorgeschrieben. Ob er bei dir nachgerüstet werden muss, prüft der Elektriker.

Häufige Fragen

Kann ich meine Wallbox an einen vorhandenen FI anschließen?

Nein. Jede Wallbox braucht einen eigenen FI-Schutzschalter. Ein gemeinsamer FI mit anderen Stromkreisen ist nicht zulässig.

Woran erkenne ich, ob meine Wallbox eine Gleichstrom-Erkennung hat?

Im Datenblatt unter Schutzfunktionen. Typische Angaben sind „DC-Fehlerstromschutz 6 mA“ oder „RDC-DD integriert“.

Darf ich den Schutzschalter selbst einbauen?

Nein. Arbeiten im Zählerschrank sind Sache eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Fachplanung; maßgeblich sind die geltenden Normen und die Vorgaben deines Netzbetreibers.