Ladezeit und Ladekosten an der Wallbox berechnen – mit Tabellen

Kurz gesagt: Ladezeit = nachzuladende Energie (kWh) geteilt durch Ladeleistung (kW). Ladekosten = geladene Energie mal Strompreis, plus rund 10 bis 15 Prozent Ladeverluste. Beispiel: 40 kWh nachladen dauert an einer 11-kW-Wallbox knapp 4 Stunden und kostet bei 32 Cent je kWh etwa 14 bis 15 Euro.

So berechnest du die Ladezeit

Die Grundformel ist einfach: Ladezeit in Stunden = Energiemenge in kWh ÷ Ladeleistung in kW. Wichtig ist, mit der tatsächlich nutzbaren Ladeleistung zu rechnen – also dem kleineren Wert aus Wallbox-Leistung und dem, was dein Auto mit Wechselstrom aufnehmen kann.

Nachzuladende Energie3,7 kW7,4 kW11 kW22 kW
10 kWh (ca. 55 km)2 h 40 min1 h 20 min55 min27 min
30 kWh (ca. 165 km)8 h 05 min4 h 05 min2 h 45 min1 h 20 min
50 kWh (ca. 275 km)13 h 30 min6 h 45 min4 h 30 min2 h 15 min
75 kWh (ca. 415 km)20 h 15 min10 h 10 min6 h 50 min3 h 25 min

Gerechnet ohne Ladeverluste; Reichweiten bei angenommenen 18 kWh auf 100 Kilometer. In der Praxis dauert es etwas länger, weil ein Teil der Energie als Wärme verloren geht und das Auto kurz vor voll oft die Leistung drosselt.

So berechnest du die Ladekosten

Ladekosten = geladene kWh × Strompreis × 1,1 bis 1,15 (Aufschlag für Ladeverluste). Den Strompreis findest du auf deiner Stromrechnung als Arbeitspreis in Cent je kWh. Als Orientierung: Der Branchenverband BDEW nennt für Haushalte 2026 im Schnitt rund 32 Cent je kWh (zitiert nach 42watt).

BeispielEnergieKosten bei 32 ct/kWh
100 km fahren18 kWh + Verlusteca. 6,30–6,60 €
Akku von 20 auf 80 % (60-kWh-Akku)36 kWh + Verlusteca. 12,70–13,20 €
Ein Jahr, 15.000 km2.700 kWh + Verlusteca. 950–990 €

Zu Hause, Steckdose oder Ladesäule?

  • Wallbox zu Hause: günstigster Weg mit normalem Haushaltsstrom, zusätzlich Netzentgelt-Ermäßigung nach § 14a möglich (siehe Wallbox anmelden).
  • Haushaltssteckdose: gleicher Strompreis, aber nur rund 2 bis 2,3 kW – sehr langsam und für Dauerbetrieb nur bedingt geeignet.
  • Öffentliche Ladesäule: meist deutlich teurer je kWh als Haushaltsstrom, Schnellladen an Gleichstromsäulen nochmals mehr. Dafür schnell und unterwegs verfügbar.

Drei Wege, günstiger zu laden

  1. Tarif prüfen: Ein günstigerer Stromtarif oder ein spezieller Autostromtarif senkt jeden Ladevorgang.
  2. Netzentgelt nach § 14a nutzen: Pauschal oder prozentual weniger Netzentgelt für den Ladestrom.
  3. Solarstrom laden: Wer eine Photovoltaikanlage hat, lädt mit Überschussstrom zu sehr geringen Kosten – mehr im Ratgeber Wallbox mit Photovoltaik.

Häufige Fragen

Warum zeigt mein Auto weniger geladene Energie an als der Zähler?

Das sind die Ladeverluste. Ein Teil der Energie geht bei der Umwandlung im Auto und als Wärme verloren. 10 bis 15 Prozent sind beim Wechselstromladen üblich.

Lädt das Auto im Winter langsamer?

Oft ja. Bei Kälte heizt das Auto den Akku vor oder begrenzt die Leistung, und die Verluste steigen.

Lohnt es sich, nur bis 80 Prozent zu laden?

Viele Hersteller empfehlen für den Alltag ein Ladeziel um 80 Prozent, weil das den Akku schont. Für lange Fahrten lädt man auf 100 Prozent.

Stand: Oktober 2026. Alle Werte sind gerundete Rechenbeispiele; dein Verbrauch und Strompreis können abweichen.