Die Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Was passiert |
|---|---|
| Vehicle-to-Load (V2L) | Das Auto versorgt einzelne Geräte über eine Steckdose oder einen Adapter, etwa beim Camping. |
| Vehicle-to-Home (V2H) | Das Auto versorgt das eigene Haus, zum Beispiel abends mit tagsüber geladenem Solarstrom. |
| Vehicle-to-Grid (V2G) | Das Auto speist Strom ins öffentliche Netz und hilft, Schwankungen auszugleichen – gegen Vergütung. |
Was sich 2026 geändert hat
Lange scheiterte bidirektionales Laden in Deutschland an der Regulierung: Strom, der ins Auto geladen und später zurückgespeist wurde, konnte doppelt mit Netzentgelten und Umlagen belastet werden. Mit einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes zum 1. Januar 2026 werden Elektroautos laut Fachportal Energiewelt regulatorisch wie stationäre Speicher behandelt. Wie die Strommengen im Einzelnen abgerechnet werden, regelt eine Festlegung der Bundesnetzagentur, die im Oktober 2026 beschlossen wurde und noch Übergangsregeln enthält.
Seit März 2026 legt außerdem die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 fest, wie bidirektionale Ladegeräte als Speicher geprüft und zertifiziert werden.
Was du dafür brauchst
- Ein freigegebenes Auto: Nicht jedes Elektroauto darf bidirektional laden, auch wenn die Technik es könnte. Entscheidend ist die Freigabe des Herstellers.
- Eine bidirektionale Wallbox: Sie muss das Auto unterstützen und zertifiziert sein. Viele Geräte funktionieren bisher nur mit bestimmten Fahrzeugmarken.
- Ein intelligentes Messsystem: Ohne Smart Meter gibt es keine Vergütung für das Rückspeisen ins Netz.
- Einen passenden Stromvertrag: Für Vehicle-to-Grid braucht es einen Anbieter, der das Rückspeisen vergütet.
Welche Angebote gibt es?
Nach Angaben des Fachportals Energiewelt (Stand Oktober 2026) sind in Deutschland erste Vehicle-to-Grid-Angebote buchbar, etwa von BMW zusammen mit E.ON und von Ford zusammen mit Octopus Energy. Weitere Hersteller haben Angebote angekündigt. Die bisherigen Pakete sind eng gefasst: Sie gelten meist nur für bestimmte Modelle, eine bestimmte Wallbox und teils nur unter bestimmten Bedingungen bei Photovoltaikanlagen.
Weil sich der Markt gerade schnell bewegt, prüfe vor dem Kauf immer direkt beim Autohersteller und beim Stromanbieter, was für dein Fahrzeug aktuell möglich ist.
Lohnt sich eine bidirektionale Wallbox schon?
- Eher ja, wenn dein Auto freigegeben ist, du eine Photovoltaikanlage hast und ein passendes Komplettpaket aus Auto, Wallbox und Vertrag buchen kannst.
- Eher noch nicht, wenn dein Auto keine Freigabe hat oder du nur den Netzanschluss vorbereiten willst. Bidirektionale Wallboxen sind deutlich teurer als normale.
- Gute Zwischenlösung: Bei der Installation einer normalen Wallbox die Zuleitung so dimensionieren, dass ein späterer Wechsel möglich bleibt. Im Mehrparteienhaus fördert der Bund bidirektionale Ladepunkte höher – siehe Wallbox-Förderung 2026.
Häufige Fragen
Schadet bidirektionales Laden dem Akku?
Mehr Ladezyklen bedeuten grundsätzlich mehr Beanspruchung. Hersteller begrenzen deshalb den genutzten Ladebereich und knüpfen Garantiezusagen an Bedingungen. Diese solltest du vor dem Vertragsabschluss lesen.
Kann mein Auto bei Stromausfall das Haus versorgen?
Nur mit einer dafür ausgelegten Anlage, die das Haus sicher vom Netz trennt. Das ist nicht automatisch Teil jeder bidirektionalen Wallbox.
Welche Rolle spielt § 14a?
Bidirektionale Wallboxen sind ebenfalls steuerbare Verbrauchseinrichtungen und werden beim Netzbetreiber angemeldet – siehe Wallbox anmelden.
Quelle: Energiewelt: Bidirektionales Laden – was sich 2026 geändert hat (abgerufen Oktober 2026). Die Rechtslage und die Angebote ändern sich derzeit laufend; wir aktualisieren diesen Ratgeber regelmäßig.